Jochen Schweizer Arena – Die Kraft außergewöhnlicher Erlebnisse

Jochen Schweizer Arena – Die Kraft außergewöhnlicher Erlebnisse

Marke Es gibt Erlebnisse, die uns ein Leben lang begleiten. Nicht weil sie laut oder spektakulär waren, sondern weil sie etwas in uns verändert haben. Genau auf dieser Kraft persönlicher Erfahrungen baut die Jochen Schweizer Arena ihr Konzept auf. Der Besuch in Taufkirchen zeigt, warum außergewöhnliche Erlebnisse heute zu den wirkungsvollsten Instrumenten moderner Markenführung gehören.

Nur wenige Kilometer südlich von München erhebt sich die Jochen Schweizer Arena zwischen Bürogebäuden und Grünflächen. Davor balancieren gut abgesicherte Mitarbeiter einer Starnberger Firma durch den Outdoor Park und eine Gruppe Abiturienten hat großen Spaß am Flying Fox. Sofort wird klar, wir sind hier in einer Erlebniswelt und nicht nur einer klassischen Event-Location. 
Unser Blick geht automatisch nach oben: Im Windkanal, der wie eine gigantische Glasröhre aussieht, schwebt gerade eine junge Frau scheinbar schwerelos im Luftstrom. Unten drücken sich Kinder die Nasen an der Scheibe platt. Wenige Meter weiter rauscht die stehende Welle, auf der Terrasse sitzen Gäste beim Cappuccino, und aus dem Event-Bereich kommt gerade eine Workshop-Gruppe. Als Jochen Schweizer in den 1980er- Jahren das Bungee-Jumping nach Deutschland brachte, verkaufte er nie den Sprung allein. Entscheidend war das Gefühl danach. Aus dieser Idee entstand ein Unternehmen, das heute weit über Abenteuer hinausgeht. 

Breit gefächertes Angebot 

Dr. Angelika Otto ist in der Jochen Schweizer Arena für Marketing, Kooperationen und Kommunikation mitverantwortlich. Sie führt uns nach einer kurzen Vorstellungsrunde durch das Haus. Dabei zeigt sich, wie viele unterschiedliche Gruppen die Arena anspricht: Unternehmen, Familien, Schulklassen, Sportler und alle, die einfach einen besonderen Tag verbringen möchten. Der Weg endet im ersten Stock, wo Geschäftsführer Etienne Herr schon im Besprechungsraum auf uns wartet. Es wird klar, dass es in diesem Gespräch weder um Auslastung noch um Veranstaltungsflächen oder Buchungszahlen gehen wird. Herr spricht über Dynamik, über Erinnerungen und über die Frage, warum außergewöhnliche Erlebnisse Marken stärker prägen können als jede Werbekampagne. 

Ein Gebäude als Markenbotschaft

„Die Arena ist nicht einfach eine Veranstaltungshalle“, sagt er gleich zu Beginn. Für ihn ist sie ein gebautes Markenversprechen: „Die Arena ist die in Beton gegossene Manifestation unserer Marke. Natürlich hätten wir auch eine rechteckige Veranstaltungshalle bauen können. Das wäre deutlich günstiger gewesen. Uns war aber wichtig, einen unserer wichtigsten Markenwerte auch architektonisch sichtbar zu machen. Dieser Kernwert heißt Dynamik.“ 
Wer die Arena von oben betrachtet, erkennt tatsächlich einen liegenden Propeller mit Zentralachse und drei Rotorblättern. Die stehende Welle steht für Aquadynamik, der Windkanal für Aerodynamik, der Event-Bereich bildet das dritte Rotorblatt. Die Arena vereint bewusst keine beliebigen Attraktionen unter einem Dach – sondern solche, die Jochen Schweizer selbst geprägt hat und die seine Werte von Freiheit, Mut und Lebensfreude greifbar machen. So entstehen Erlebnisse, die dauerhaft in Erinnerung bleiben.

Etienne Herr, Geschäftsführer Jochen Schweizer Arena

Die Arena ist die in Beton gegossene Manifestation unserer Marke.
Etienne Herr, Geschäftsführer Jochen Schweizer Arena

Als Gruppe kommen, als Team gehen

Darin sieht Herr den eigentlichen Unterschied zu klassischen Veranstaltungsorten. „Unternehmen kommen als Gruppe und gehen als Team“, betont er. „Informationen kann man überall vermitteln. Gemeinsame Erfahrungen entstehen nur dort, wo Menschen etwas erleben, das sie überrascht, fordert und emotional bewegt.“ 
Früher reichten Tagungsräume, gutes Essen und ein Abendprogramm. Heute suchen Unternehmen nach Formaten, die Mitarbeiter verbinden, Unternehmenskultur sichtbar machen und Erinnerungen schaffen. Gerade in Zeiten verteilter Teams und hybrider Arbeit gewinnen gemeinsame Präsenzmomente an Wert. Solche Erlebnisformate werden damit zu einem Instrument der Markenführung nach innen und nach außen. 
Rund 350 Firmen-Events finden jedes Jahr in der Arena statt, manche mit zwanzig Teilnehmern, andere mit weit über Tausend Gästen. Vormittags stehen Strategiemeetings, Produktpräsentationen oder Jahresauftaktveranstaltungen auf dem Programm, wenig später stehen dieselben Menschen gemeinsam am Windkanal, auf der Surfwelle oder im Outdoor Park. Gespräche werden persönlicher, Hierarchien verlieren an Bedeutung und gemeinsame Erfahrungen schaffen eine andere Form des Miteinanders. 

Werte werden erlebbar 

Fast jedes Unternehmen hat heute definierte Werte“, so Herr. „Sie stehen in Leitbildern oder hängen eingerahmt an den Wänden von Besprechungsräumen. Wahrgenommen werden sie durchaus. Wirklich gelebt werden sie selten.“ Aus dieser Beobachtung entstand der Team-Mission- Parcours. „Mut, Vertrauen, Eigenverantwortung oder Resilienz lassen sich erklären. Wirklich verstanden werden sie aber erst, wenn Menschen sie erleben“, unterstreicht Herr, der seine Wurzeln in der Hotellerie hat. „Diese Erfahrung wollen wir hier ermöglichen.“ Wer Verantwortung übernimmt, weil das Team auf ihn angewiesen ist, erfährt einen Unternehmenswert unmittelbar. Aus einem abstrakten Begriff wird persönliche Erfahrung.

Dr. Angelika Otto, Marketing, Kooperationen und Kommunikation

Viele denken, Action und Adrenalin, das sei nur für die ‚Harten‘. Wir möchten zeigen, dass Fliegen, Surfen und Klettern auch ganz ohne Risiko möglich sind – und für fast jeden zugänglich.
Dr. Angelika Otto, Marketing, Kooperationen und Kommunikation

„Unsere Erlebnisse sind nie Selbstzweck“, erklärt Herr. „Nehmen Sie das Surfen. Es geht nicht einfach darum, auf einem Brett zu stehen. Die Welle steht für die Herausforderungen des Lebens. Jeder kennt Situationen, in denen Veränderungen oder Krisen über einen hinwegrollen. Die entscheidende Frage lautet, ob ich untergehe oder lerne, auf der Welle zu surfen.“ Ähnlich beschreibt er das Fliegen im Windkanal: „Wir sagen unseren Teilnehmern, jeder Mensch kann lernen, eine Flughöhe höher zu fliegen. Wenn man dieses Erlebnis selbst macht, verändert sich die Perspektive. Daraus entstehen Bilder, die Menschen später auch in ihrem Alltag begleiten.“ Auf diesen Erfahrungen bauen die Leadership-Programme der Arena auf, die körperliches Erleben mit professionellem Coaching verbinden. 

Warum Erlebnisse im Gedächtnis bleiben

Für Herr beginnt Markenwirkung nicht bei der Werbung, sondern bei der Erinnerung. „Produkte sind vergänglich. Erlebnisse bleiben“, sagt er mit nachdenkl ichem Unterton „Menschen erinnern sich oft noch Jahrzehnte später daran, mit wem sie unterwegs waren, wie das Wetter war oder welches Gefühl sie in einem prägenden Moment hatten. Darin liegt ihre Kraft.“ Dafür müssen Menschen das Erlebnis nicht einmal selbst machen. „Schon das Zuschauen löst Emotionen aus“, fährt er fort. „Wer vor unserem Windkanal steht und beobachtet, wie Menschen fliegen, staunt. Auch dieses Gefühl verbindet sich später mit der Marke.“ 
Besonders eindrucksvoll zeigte sich das vor wenigen Tagen beim House Running. Bei einem großen Sommerfest auf dem Gelände liefen Teilnehmer die Fassade der Arena hinunter, manche kamen anschließend mit Tränen in den Augen zurück. „Das waren keine Tränen der Angst. Diese Menschen hatten etwas geschafft, das sie sich vorher niemals zugetraut hätten“, sagt Herr. „Manche umarmen uns einfach. Solche Momente bleiben dauerhaft in Erinnerung.“ 

Experience für alle

Viele verbinden den Namen Jochen Schweizer bis heute mit Bungee-Jumping, Fallschirmsprüngen oder spektakulären Abenteuern. Dieses Bild existiert noch immer, tatsächlich hat sich die Arena längst zu einer deutlich breiter aufgestellten Erlebniswelt entwickelt. Darauf macht Angie Otto aufmerksam. Sie beschäftigt sich täglich mit der Frage, wie neue Zielgruppen für die Angebote der Arena begeistert werden können. 

Mut und Selbstvertrauen stärken

„Eigentlich glaubt doch zuerst niemand, dass er fliegen kann“, sagt Otto und lacht. „Viele verbinden das nur mit Action und Adrenalin und sagen, das trau’ ich mir nicht zu. Tatsächlich möchten wir heute möglichst vielen Menschen zeigen, dass außergewöhnliche Erlebnisse für sie erreichbar sind.“ Das beginnt bei den Jüngsten: Kinder können schon ab vier Jahren im Windkanal fliegen, weil sich die Windgeschwindigkeit individuell anpassen lässt und das Gewicht dadurch kaum eine Rolle spielt. Für Otto steckt darin weit mehr als Freizeitgestaltung: „Wir stärken Mut, Resilienz, Selbstwirksamkeit und Selbstvertrauen. Kinder lernen, Herausforderungen anzunehmen und zu erleben, dass sie Dinge schaffen können, die sie sich vorher vielleicht gar nicht zugetraut hätten.“ Aus diesem Gedanken entstand das regelmäßige Programm FlyKidz, das Kindern spielerisch besondere Erfahrungen ermöglicht. Gemeinsam mit dem Outdoor Park entstehen Angebote, bei denen Teamgeist, Verantwortung und Wachstum der Persönlichkeit im Mittelpunkt stehen. 

Inklusion als Selbstverständlichkeit

2027 findet im März das erste Mal die Weltmeisterschaft im Indoor Skydiving in der Jochen Schweizer Arena statt. Para Skydiving wird erstmals Teil der Weltmeisterschaft im Indoor Skydiving sein. Schon im Vorfeld setzte die Arena gemeinsam mit inclumedia® eine Kommunikationskampagne um, die Menschen mit Behinderungen in den Mittelpunkt stellte. „Uns ist wichtig zu zeigen, dass außergewöhnliche Erlebnisse nicht nur für Menschen ohne Behinderungen möglich sind“, erklärt Otto. „Eine Frau mit Spina bifida ist bei uns im Windkanal geflogen. Ein an Multipler Sklerose erkrankter Teilnehmer stand auf unserer stehenden Welle. Viele glauben zunächst, das geht für sie gar nicht. Dieses Bild möchten wir verändern.“ 
Während wir weiter durch die Arena gehen, wird deutlich, wie breit das Angebot inzwischen geworden ist: Manche Gäste kommen wegen des Windkanals, andere wegen der Surfwelle, Unternehmen buchen mehrtägige Leadership-Programme. Nicht jeder muss selbst fliegen. Viele Besucher kommen einfach in die ausgezeichnete Gastronomie zum Brunch auf die Terrasse, zu einem gemütlichen Essen in einem außergewöhnlichen Ambiente oder verfolgen einfach nur das Geschehen hinter der Glasscheibe. All das gehört heute zur Erlebniswelt der Arena. 

Experience braucht Verantwortung

Nur wenige Kilometer von der Jochen Schweizer Arena entfernt entstand ein Solarpark, der den gesamten Standort mit erneuerbarer Energie versorgt. Zunächst wirkt er wie ein technisches Infrastrukturprojekt. Tatsächlich erzählt er dieselbe Geschichte wie die Arena selbst: Wer außergewöhnliche Erlebnisse schafft, übernimmt auch Verantwortung für deren Zukunft. Erlebnis und Nachhaltigkeit werden so Teil derselben Markenidee. 

Marc Hobi, Leitung Windkanal

Die meisten wollen danach sofort noch einmal fliegen.
Marc Hobi, Marketing, Leitung Windkanal

Zurück in den Windkanal

Nach dem Gespräch mit Etienne Herr führt der Weg mit Angie Otto noch einmal hinunter in den Windkanal. Dort wartet Marc Hobi, der seit Jahren Menschen bei ihrem ersten Flug beobachtet und die Leitung hat. Kaum jemand kennt die Reaktionen der Gäste besser. „Am Anfang haben die meisten großen Respekt. Manche sogar ein bisschen Angst“, erzählt er. „Mit Luft haben wir im Alltag kaum Berührung. Viele schauen zuerst nach oben und denken, das wird ganz schön hoch.“ Dieses Gefühl verschwindet erstaunlich schnell. „Nach wenigen Sekunden wird aus dem Respekt Freude“, sagt Hobi. „Die Menschen merken plötzlich, dass sie von der Luft getragen werden. Das fühlt sich fast an wie Schweben im Wasser. Nur eben trocken.“ Für viele gehe damit ein alter Traum in Erfüllung: „Fast jeder wollte als Kind einmal fliegen. Im Windkanal wird dieser Traum für einen Moment Wirklichkeit.“ Das Fliegen fühlt sich an, wie bei einem Fallschirmsprung aus dem Flugzeug im freien Fall aus 4000 Metern Höhe. Deshalb seien die Reaktionen fast immer dieselben: „Ich habe noch niemanden erlebt, der enttäuscht aus dem Tunnel gekommen ist. Die meisten strahlen über das ganze Gesicht.“ 
Während wir die Arena verlassen, startet bereits die nächste Gruppe. Hinter der Glasscheibe schweben die ersten Teilnehmer durch den Luftstrom. Draußen applaudieren Kollegen und Freunde. Marc Hobi schaut kurz hinüber und lächelt. „Die meisten wollen danach sofort noch einmal fliegen.“ Wahrscheinlich beschreibt dieser Satz besser als jede Theorie, warum außergewöhnliche Erlebnisse so lange in Erinnerung bleiben.

Solarpark versorgt die Arena mit eigener Energie 
Solarpark

Nachhaltigkeit gehört in der Jochen Schweizer Arena zum Gesamtkonzept. Mit dem neuen Solarpark betreibt die Arena heute eine der leistungsstärksten Eigenversorgungen im europäischen Event-Bereich. Über eine 2,2 Kilometer lange Direktleitung versorgt er die Arena mit Strom.

Die wichtigsten Kennzahlen

  • 52 000 Quadratmeter Solarpark
  • 6,3 Megawatt Peak installierte Leistung
  • rund 7,1 Gigawattstunden Stromerzeugung pro Jahr
  • etwa das 2,5-fache des jährlichen Eigenbedarfs der Arena
  • 2,2 Kilometer Direktleitung zwischen Solarpark und Arena
  • Investition von rund 9,6 Millionen Euro
  • Umsetzung vollständig ohne staatliche Förderung

Der Solarpark macht die Arena nach eigenen Angaben zu einer energiepositiven Erlebnis-Location.

Bilder zum Artikel:

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